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Kindergesundheit – darauf sollten Eltern achten

Neun Monate unter dem Herzen getragen ist das kleine Wunder nun endlich da: Doch nicht nur in den ersten Lebensmonaten müssen Eltern ihr Kind in besonderem Maße schützen. Zwar werden mit dem Nestschutz wichtige Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen, doch Untersuchungen zeigen, dass typische Kinderkrankheiten immer seltener auftreten, moderne Zivilisationskrankheiten sich jedoch häufen.
 
Die Masern sind wieder da
Seit letztem Jahr nahm die Zahl der Infektionen mit Masern wieder zu: Mindestens 1000 Erkrankungen seit Oktober 2014 wurden allein in Berlin gemeldet. Laut dem Robert-Koch-Institut handelt es sich dabei um einen der größten Ausbrüche seit Geltung des Infektionsschutzgesetzes von 2001. Experten führen die Ursache für die Masernwelle auf fehlenden Impfschutz zurück, denn immer weniger Menschen entscheiden sich für eine Impfung gegen die hochansteckende Viruserkrankung. Dabei können Masern im schlimmsten Fall zu einer Lungen- oder Hirnhautentzündung führen. Zwei von 1000 Erkrankten sterben Statistiken zufolge an den Folgen einer Maserninfektion. Obwohl die meisten Masern für eine Kinderkrankheit halten, tritt sie bei Erwachsenen ebenso häufig auf. In einigen Ländern wie u. a. Polen besteht deshalb eine Impfpflicht, für die sich auch hierzulande die Bundesärztekammer ausgesprochen hat. Ob sich diese jedoch durchsetzen wird, ist fraglich.
 
Neue Morbidität
Besonders in den vergangenen Jahren hat sich das Krankheitsspektrum bei Kindern und Jugendlichen in erheblichem Maße gewandelt. Neuere Studien zeigen eine Zunahme der chronischen und psychosozialen bzw. psychosomatischen Erkrankungen bei Kindern. So hat sich in den vergangenen 15 Jahren die Häufigkeit der Fettleibigkeit bei Kindern verdoppelt. Etwa 3 bis 10 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren leiden unter einer Depression. Und auch Magersucht und Bulimie gehören zu den häufigsten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. Experten machen mangelnde Bewegung, ungesundes Essen, zu viel Medienkonsum oder gesteigertem Leistungsdruck für diese Entwicklung verantwortlich.
 
Allergien bei Kindern
Das überempfindliche Immunsystem wird oft vererbt. „Die Vererbung spielt bei der Entstehung von Allergien eine große Rolle“, erklärt Dr. Peter Voitl. „Je mehr Verwandte ersten Grades an allergischen Symptomen leiden, desto größer ist das Allergierisiko für den Nachwuchs.“ Liegt eine genetische Prädisposition durch Vater oder Mutter vor, ist das Risiko, selbst eine Allergie zu entwickeln, um 30 % erhöht. Während Säuglinge insbesondere von Nahrungsmittelallergien betroffen sind, weisen Schulkinder häufig eine Pollenallergie auf. Neben einem vererbten Risiko gibt es eine Vielzahl weiterer Faktoren, die die Entstehung von Allergien begünstigen können: „Auch Exposition gegenüber Tabakrauch, Frühgeburtlichkeit, frühes Abstillen, frühzeitige Sensibilisierung auf Nahrungsmittelallergene wie Kuhmilch oder Hühnereiweiß, Geburtsmonat, männliches Geschlecht, Passivrauchen, unzureichende soziale Verhältnisse, Luftschadstoffe, ungenügende Therapie, keine Allergenvermeidung und das Nichtdurchführen einer möglichen Immuntherapie gelten als Risikofaktoren.“, so Dr. Voitl. Die Behandlung erfolgt nach Absprache mit dem Arzt. Gegen die unangenehmen Begleitsymptome kann dieser jedoch hautberuhigende Cremes etc. verschreiben.
 
Verletzungsgefahr bei Kindern hoch
Nicht nur im Haushalt, sondern auch bei Freizeitaktivitäten können sich Kinder schnell verletzen. Allein 30 bis 40 % aller Unfälle von Kindern passieren beim Sport. Häufig sind die Eltern auf so eine Situation nicht ausreichend vorbereitet. Laut Statistik zählen neben Stürzen, Verschlucken von Kleinteilen und Knochenbrüchen auch Verbrennungen zu den häufigsten Verletzungen. Da die Haut von Kindern jedoch etwa 10 x dünner ist als die von Erwachsenen sollte eine Wundsalbe in jeder Hausapotheke zu finden sein.

Foto/Quelle: Robert Kneschke - Fotolia/Medicalpress
 

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