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Wenn Mütter nicht mehr leben wollen

Am 4. Mai findet erstmals der weltweite Aktionstag für die psychische Gesundheit von Müttern statt. Weltweit erlebt jede fünfte Frau psychische Ausnahmesituationen nach der Geburt: Depression, Angst, Zwangserkrankungen, Psychosen oder Wochenbettsyndrom. Experten schätzen, dass 70 Prozent der betroffenen Mütter ihre Symptome verbergen.

Ohne Verständnis, Unterstützung und Behandlung dieser nachgeburtlichen Erkrankungen haben diese verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Mütter mit ihren Babys, ihre Partner und die ganze Familie, wie Dr. Alain Gregoire von der internationalen Initiative Maternal Mental Health Alliance erklärt: „Mütterliche psychische Erkrankung während der Schwangerschaft und nach der Geburt ist mit einem höheren Risiko für ungünstige emotionale, intellektuelle, soziale und physische Entwicklung von Kindern einhergehend. Dieser Effekt zieht sich bis ins Erwachsenenleben. Mütterlicher Suizid betrifft eine von sieben Frauen, die nach der Geburt sterben.“ Fast ein Viertel (23 Prozent) der Todesfälle von Müttern nach der Geburt hängt mit psychischen Erkrankungen zusammen.

Auch Österreich hat Nachholbedarf

Aus diesem Anlass wurde knapp vor dem Muttertag der erste weltweite Aktionstag für die psychische Gesundheit von Müttern initiiert: „Denn auch Österreich ist von einer flächendeckenden spezialisierten psychiatrischen Versorgung erkrankter Mütter gemeinsam mit ihren Babys weit entfernt, wie Prof. Claudia Klier von der MedUni Wien bekräftigt: „Deshalb ist dieser erste weltweite Aktionstag besonders wichtig, um diese Versorgungslücken, die seit Jahren bestehen, öffentlich zu machen.“ Klier leitet die Psychosomatik an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde im AKH und ist Präsidentin der deutschsprachigen Gesellschaft für peripartale psychische Erkrankungen. Deren Ziel ist die Weiterentwicklung ambulanter und stationärer Behandlungskonzepte für Frauen mit schwangerschafts-assoziierten psychischen Erkrankungen, Etablierung spezialisierter Mutter/Vater-Kind-Behandlungseinrichtungen, gesellschaftliche Aufklärung sowie Entstigmatisierung der psychischer Erkrankungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft. „Leider hat es in den letzten 10 Jahren hier keine nennenswerte Weiterentwicklung in Österreich gegeben. In der somatischen Medizin würde man das nicht hinnehmen“, stellt Klier fest. Es ist hoch an der Zeit, die internationalen Richtlinien (NICE) auch in Österreich umzusetzen. Hier ist die Gesundheitspolitik am Zug, präventive Maßnahmen sind gefordert. „Viele dieser peripartalen Störungen und Todesfälle wären zu verhindern, der Aktionstag soll genau dafür sensibilisieren”, so Klier abschließend. 

Foto: Fotolia

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