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Jugend an Politik interessiert

"44 Prozent wollen am 25. Mai sicher wählen gehen - 6 Prozent sicher nicht. 59 Prozent fühlen sich eher nicht, 38 Prozent eher schon im EU-Parlament vertreten", sagt Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), zum Ergebnis einer österreichweiten ÖGfE-Umfrage, bei der seit September 2013 insgesamt 3063 wahlberechtigte Jugendliche aller Schultypen befragt wurden. "Das Ergebnis überrascht positiv. Nach zahlreichen Schuldiskussionen sehen wir das viel zitierte Desinteresse der Jugend an Politik weit weniger ausgeprägt als oft angenommen. Jugendliche wollen von ihrem demokratischen Recht, wählen zu gehen, sichtlich Gebrauch machen."

44 Prozent der am 25. Mai wahlberechtigten Jugendlichen gaben in der Umfrage an, "sicher" ihre Stimme abgeben zu wollen. 25 Prozent könnten sich dies "eher schon", 11 Prozent jedoch "eher nicht" und 6 Prozent "sicher nicht" vorstellen. 14 Prozent nahmen nicht Stellung. Befragte aus Berufs-, Fach-, Hauptschule und Polytechnikum zeigten sich mit 35 Prozent "sicherer" Teilnahme etwas weniger entschlossen als Jugendliche anderer Schultypen.

"Trotzdem: Gerade die Jugend muss von Sinn und Bedeutung des Wahlrechts überzeugt werden, damit letztlich ihre Interessen stärker Berücksichtigung finden und aus Erst- auch StammwählerInnen werden", so Schmidt. "Voraussetzung für ihre Wahlbeteiligung ist jedoch eine nachhaltige Dialogbereitschaft der Politik und intensivere europapolitische Bildung an Schulen. Fehlen diese, sinkt auch die Wahlmotivation".

Als Hauptmotive*, an der EU-Wahl teilzunehmen, nennen die Jugendlichen: "Ich möchte vom demokratischen Recht, zu wählen, Gebrauch machen" (für 60 Prozent "sehr wichtig") und "Österreich soll gut in der EU vertreten sein" (57 Prozent). Weitere Nennungen: "Stärkung jener Partei, die ich auch bei Nationalratswahlen wählen würde" (29 Prozent) und "das EU-Parlament ist eine wichtige Institution" (25 Prozent).

Als Hauptgründe, nicht an den EU-Wahlen teilzunehmen, wird genannt, sich nicht ausreichend informiert zu fühlen (28 Prozent) sowie "Meine Stimme ändert nichts" (19 Prozent), "Österreich hat in der EU nichts zu sagen" (14 Prozent) und die "EU-Wahl ist nicht wichtig" (13 Prozent).

58 Prozent der Jugendlichen geben an, mehrmals im Monat oder öfter in den Medien Nachrichten über das EU-Parlament zu registrieren (8 Prozent "täglich" | 23 Prozent "mehrmals in der Woche" | 27 Prozent "mehrmals im Monat"). Ein Drittel wird nach eigenen Angaben "seltener" mit Meldungen über das EU-Parlament konfrontiert, 8 Prozent "nie".

61 Prozent bescheinigen dem EU-Parlament einen "sehr großen" (10 Prozent) bzw. "großen" Einfluss (51 Prozent) auf Entscheidungen der EU. Ein Viertel sagt, das EU-Parlament habe "geringen" (24 Prozent) oder "überhaupt keinen" Einfluss (2 Prozent). 59 Prozent haben "eher nicht" (48 Prozent) bzw. "gar nicht" (11 Prozent) das Gefühl, dass ihre Interessen von den österreichischen EU-Abgeordneten vertreten werden. 38 Prozent sehen sich dagegen "voll" (2 Prozent) bzw. "eher" (36 Prozent) repräsentiert.

"Je niedriger der Informationsgrad über das EU-Parlament, umso weniger fühlen sich Jugendliche in ihren Anliegen vertreten. Politik und Schule bzw. Ausbildungsstätte sollten daher entsprechende Dialog- und Informationsangebote bereitstellen - und das weit über den 25. Mai hinaus", meint Schmidt abschließend.

Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Europa-was ist jetzt?" österreichweit im Zeitraum September 2013 bis Ende April 2014 durchgeführt. 3218 SchülerInnen an 74 Schulen wurden schriftlich befragt (davon 3063 wahlberechtigte Jugendliche). 11 Prozent der Befragten waren 15 Jahre oder jünger, 73 Prozent 16 bis 18 Jahre und 16 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang an Teilnehmerinnen (56 Prozent); alle Schultypen (35 Prozent AHS/NMS, 49 Prozent BHS und 16 Prozent Berufs-, Haupt-, Polytechnische Schule) einbezogen. Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 5, KTN: 2, NÖ: 19, OÖ: 13, SBG: 9, STMK: 15, TIR: 11, VBG: 3, WIEN: 23. Fehlende Werte auf 100 Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe". *Vorgegebene Antwortmöglichkeiten. Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft (SWS).

Die Ausstellung "Europa-was ist jetzt?" ist ein Projekt der ÖGfE und wird finanziell unterstützt vom Europäischen Parlament. Die Ausstellung besucht im Zeitraum September 2013 bis Ende Mai 2014 österreichweit 140 Schulen.

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