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Studentenwunsch: Viel Geld und wenig Arbeit

Fragt man die Österreicher, was einen besonders attraktiven Arbeitgeber ausmacht, wird einstimmig ein wettbewerbsfähiges Grundgehalt genannt. Dieser Trend hat sich seit letztem Jahr weiter verdeutlicht und zeigt sich nun bei Studenten und Berufstätigen aller Fachrichtungen, bei Männern gleichermaßen wie bei Frauen. Das ist interessant zumal das Grundgehalt in der letztjährigen Umfrage bei Studentinnen nur auf Platz 3 war. Damals waren für weibliche Studierende vielseitige Arbeitsaufgaben und ein freundliches Arbeitsumfeld noch wichtiger als ein attraktives Grundgehalt. „Durch die Lohntransparenz in Österreich kennen Studenten und Studentinnen das minimale Gehalt. Dies führt zu einer bewussteren Auseinandersetzung mit dem Lohnthema – auch bei Studentinnen. Dabei rücken andere Faktoren in den Hintergrund“, erklärt Yves Schneuwly, Geschäftsführer von Universum Österreich. Ein Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern zeigt, dass der österreichische Lohn tendenziell tief ist.

Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern 

Ein Vergleich zwischen Studienrichtungen zeigt: Beim Einstiegsgehalt (0-2 Jahre Arbeitserfahrung) von Betriebswirtschaftlern beträgt der Lohnunterschied satte 11.025 Euro pro Jahr zwischen Männern (40.836 EUR) und Frauen (29.811 Euro). Beim Anfangsgehalt von Ingenieuren/Informatikern ist die Gehaltsdifferenz mit 4.323 Euro pro Jahr zwischen Männern (38.549 Euro) und Frauen (34.226 Euro) tiefer.

Lohnerwartungen vor Arbeitsbeginn 

Stellt man die Gehaltserwartungen von Studierenden dem effektiven Einstiegslohn gegenüber, so fällt auf, dass die Gehaltserwartungen viel tiefer sind. Weiter interessant ist, dass Frauen mit jeweils tieferen Lohnerwartungen ins Berufsleben einsteigen als Männer. In der Betriebswirtschaft sind dies 34.047 Euro pro Jahr bei Männern und 29.643 Euro pro Jahr bei Frauen. Im Bereich Ingenieurswesen/Informatik betragen die Erwartungen 36.573 Euro bei Männern und 30.599 Euro bei Frauen. „Es fällt auf, dass bei Ingenieurinnen und Informatikerinnen die Differenz des erwarteten Gehalts gegenüber dem effektiven Einstiegsgehalt von 3.627 Euro pro Jahr relativ hoch ist. Einerseits weist dies darauf hin, dass österreichische Arbeitgeber nicht von den tiefen Lohnerwartungen der Ingenieurinnen und Informatikerinnen profitieren. Andererseits ist diese Differenz ein Hinweis darauf, dass Frauen im Tech-Bereich sehr gefragt sind“, meint Schneuwly.

Die Wichtigkeit des Lohnes zeigt sich auch bei den Beweggründen eines Stellenwechsels: Um den Job zu wechseln, ist österreichischen Arbeitnehmern in erster Linie ein höheres Salär wichtig, das zweitwichtigste Kriterium sind verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten.

Hohes Salär, Work-Life Balance und Sicherheit 

Österreichische Studenten sind anspruchsvoll. Neben den kurzfristigen Erwartungen an einen Arbeitgeber; ein attraktiven Grundgehalt und die Aussicht auf ein höheres zukünftiges Salär, ist ihnen langfristig eine gute Work-Life Balance sehr wichtig (seit Jahren Karriereziel #1). Doch was bedeutet Work-Life Balance? Hört man genau hin, so stellt man fest, dass für 46 Prozent der Studenten „Work-Life Balance“ stark mit einer positiven Arbeitsatmosphäre verknüpft ist. Weit weniger Studierende bezeichnen andere Faktoren wie flexible Arbeitsstunden (23 Prozent) oder flexible Arbeitsbedingungen (17 Prozent) als charakteristisch für die Work-Life Balance.

Als Karriereziel #2 kristallisiert sich bei Studenten intellektuelle Herausforderung deutlich heraus, darauf folgt Stabilität und Sicherheit im Job als Karriereziel #3. Die Bedürfnisse nach Herausforderungen und Sicherheit schlagen sich auch in den Rankings nieder. Bei Studenten sind Firmen, die gleichzeitig Innovation sowie Sicherheit ausstrahlen in den Top 10 vertreten. Beispiele sind große, stabile und krisenresistente Firmen, welche auch mit finanzieller Sicherheit assoziiert werden wie Red Bull, Google und BMW.

Banken nicht beliebt bei Informatikern

„Es fällt auf, dass in der Kategorie Ingenieurwesen/Informatik keine Banken in den oberen Rängen vertreten sind“, spricht Schneuwly das Ranking der Techniker an „Banken werden noch nicht mit Innovation und einem freundlichen Arbeitsumfeld in Verbindung gebracht. Sie müssen lernen, wie diese Faktoren in der Arbeitgeberkommunikation richtig artikuliert werden können“, rät Schneuwly. Auch die Bankenstudien ziehen den Schluss, dass Banken unter Österreichs Studierenden kein gutes Image haben. Anders bei Betriebswirtschaftlern: 23 Prozent würden gerne in einer Bank arbeiten, etwas mehr noch in der Management- und Strategieberatung (34 Prozent).

Viele österreichische Firmen in Top 10

Nach wie vor sind österreichische Firmen wie ORF oder Voestalpine prominent in den Top-Rängen platziert. Auch Unternehmen des öffentlichen Sektors wie das Aussenministerium und das Bundesrechenzentrum sind hoch im Kurs. Stark gestiegen seit letztem Jahr bei Studenten und Berufstätigen sind die Finanzmarktaufsicht und Voestalpine. Letztere hat sich im Bereich Betriebswirtschaft bei Berufstätigen um +7 Plätze, bei den Studenten um +8 Plätze verbessert und hat auch im Bereich Ingenieurwesen/Informatik bei Berufstätigen +4 Plätze dazugewonnen. Red Bull bleibt die Nummer 1 bei den Wirtschaftsstudenten und -professionals und hält einen beachtlichen Abstand (rund 6%) zur Nummer 2 Google.

Automobilhersteller wie BMW, Audi, Porsche bleiben weiterhin sehr gut repräsentiert in den Top 10. Dies bei Studenten und Berufstätigen. Interessant ist, dass sich McKinsey&Company bei den Studenten zwar um 5 Plätze verschlechtert hat, jedoch gleichzeitig im Ranking der Berufstätigen um 11 Plätze in die Höhe geschnellt ist. 

Foto: oneinchpunch/Fotolia

 

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