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Nachwuchsforscher-Team ausgezeichnet

Im Zuge ihres Auftrags der Bewusstseinsmachung von Nachhaltigkeitsthemen unterstützte die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI) auch heuer den österreichweiten Schülerwettbewerb Jugend Innovativ. 35 Teams schafften es in das dreitägige Bundesfinale in der Wirtschaftskammer Österreich Ende Mai, wo in sieben Kategorien Preise vergeben werden. Aus den insgesamt 49 innovativen Ideen, die bei der 28. Wettbewerbsrunde des Schülerwettbewerbs in der Sonderkategorie Sustainability eingereicht wurden, konnte sich die Arbeit des Teams Florian Lederer und Paul Stichaller zur Elektrotankstelle "I CHARGE U" bei den Juroren durchsetzen. Der erste Preis wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet. Mit ihrem Projekt werden sie auch bei der I-SWEEEP, der International Sustainable World Project Olympiad 2016, in Houston/Texas (USA) antreten.

Die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative forscht nach Projekten, die eines gemeinsam haben: sie fördern die Nachhaltigkeit. Im Rahmen des Wettbewerbs waren daher Arbeiten im Bereich erneuerbare Energien sowie Energieeffizienz, soziale Projekte in Kombination mit Klimaschutzaspekten, ökologische bzw. soziale Projekte in Kombination mit Finanzprodukten, aber auch Awareness- bzw. Kommunikations-Maßnahmen zu Umweltthemen gesucht.

Innovativer Lösungsansatz für Elektromobilität

Die beiden Schüler der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Klagenfurt entwickelten in Zusammenarbeit mit der Firma Schrack Technik Projekt und Service GmbH die Elektrotankstelle "I CHARGE U", die über eine intelligente Lösung zur Datenabrechnung und -erfassung verfügt. Diese weiterentwickelte Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll die Elektromobilität weiter etablieren.

Dazu Andrea Weber, Geschäftsführerin der RKI: "Elektrotankstellen der Zukunft werden kostenpflichtig sein müssen. Mit diesem innovativen Lösungsansatz ist der Weg der Elektromobilität geebnet. Die beiden Schüler haben meines Erachtens wirklich gründlich recherchiert und verfügen bereits über einen einsatzbereiten Prototyp." Entsprechend argumentiert hat auch die Jury, die im Projekt ein großes ökonomisches Potenzial sieht. Sie attestiert dem Projektteam, dass es eine künftige Marktlücke Europas erkannt und mit seinem kostengünstigen Ansatz das anstehende Problem der Energiezuweisung gelöst hat.

Der "I CHARGE U"-Prozess startet, wenn der Besitzer des Elektrofahrzeugs das Auto zur Elektrotankstelle stellt und den Ladestecker einsteckt. Zur Authentifizierung reicht das Hinhalten einer entsprechenden Karte, beziehungsweise des Smartphones zum Lesekopf. Damit liest das System den Benutzercode und sendet ihn über eine drahtlose Verbindung zum Server (=Tankstellen-Cloud). Wenn der Server meldet, dass der Kunde zum Tanken berechtigt ist, wird der Tankvorgang freigegeben und das Auto geladen. Es erfolgt die Speicherung der gemessenen Energiemenge, der Zeitdauer sowie der Start- und Stoppzeit. Die Umstellung auf eine Car-Sharing-Lösung ist ebenfalls möglich.

Weitere Gewinner-Projekte "BeeView" und "Wertschätzung der Lebensmittel"

Mit dem Problem des immer wieder auftretenden seuchenartigen Bienensterbens beschäftigten sich die Schüler im Projekt "BeeView", und erlangten damit den zweiten Platz, dotiert mit 1.500 Euro. Um die unbekannten Phänomene, die neben der Varroamilbe weltweit zu einer ungewöhnlich hohen Sterberate von Bienenvölkern führt, genauer beobachten zu können, haben Schüler der BHAK/BHAS Weiz ein Überwachungssystem, erweitert um ein visuelles Merkmal, entwickelt. Dieses lässt sich ohne bauliche Eingriffe in den Stock vornehmen und ermöglicht die Aufzucht von Bienenvölkern, ohne den Stock dafür öffnen zu müssen. Das "Bee Monitoring System" überwacht die Luftfeuchtigkeit, die Außen- und Innentemperatur des Stockes sowie die Größe, Ausdehnung und die Temperatur des Brutnestes. Dabei wird die Temperatur im Stock durch den Einsatz einer Infrarot-Kamera, dessen Licht von den Bienen nicht wahrgenommen wird, oder den Einsatz einer Wärmebildkamera nicht beeinflusst. Die Messdaten verschiedener Bienenstöcke samt zugehörigen Temperaturverteilungen könnten später über einen Server gespeichert und verglichen, und so bei Auffälligkeiten zu einem landesweiten Frühwarnsystem ausgebaut werden.

Der dritte Platz - mit einem Preisgeld von 1.000 Euro - ging an das Projekt der Schüler der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, die sich mit dem Thema Lebensmittel unter dem Projekttitel "Das Essen liegt auf der Straße - die Wertschätzung der Lebensmittel" auseinander setzten. Deren Ziel war es nicht etwa Fragen zu beantworten, sondern durch bildliche, grafische und auch literarische Darstellungen den Betrachter zum Nachdenken bzw. Umdenken anzuregen. Es gelingt den Schülern durch die direkte persönliche Befragung einzelner Personen eine Brücke zwischen Realität und Kunst als Medium zu schaffen. Die Umsetzung mittels dem Medium Buch verdeutlicht, wie viele noch genießbare Lebensmittel heutzutage im Müll landen. Dabei steht der kreative Gedankenprozess im Vordergrund und nicht eine "Fingerzeig-Methode". Zu den eingesetzten Stilelementen zählen (Dokumentar-)Fotografien, Grafiken sowie Texte. Die Schüler der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt können durch ihren dritten Platz an der 27. European Union Contest for Young Scientists 2015 in Mailand (Italien) teilnehmen.

Anerkennungspreise für zwei weitere Projekte

Weitere zwei Projekte aus der Sonderpreis-Kategorie Sustainabilty erhielten einen Anerkennungspreis (in der Höhe von je 500 Euro): Das Projekt "Antinutritive Stoffe im Getreide - Alarm im Darm" von Schülern der HTL für Lebensmitteltechnologie Wels sowie das Projekt "Vergleich verschiedener Aufkohlungsmittel zur Herstellung von Gießereiroheisen" von Schülern der HTL Leoben.

Foto: Voglhuber

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