Zahnspange

Das Kreuz mit der Spange

Kinder und Teenager können grausam sein. Hat einer oder eine von ihnen zum Beispiel jene Zahnfehlstellung, die bei Dentisten schlicht „Lücke“ heißt, droht beißender Spott. Und wenn diese Lücke auch noch bei den oberen Schneidezähnen auftritt, was häufig der Fall ist, sind gemeine Spitznamen mit Bezug auf Hasen oder gar Ratten keine Seltenheit. Als die Eltern von heute Kinder und Teenager waren, mussten sich die Betroffenen die Frage stellen: Zeige ich Mut zur Lücke, oder doch lieber Mut zur „Krücke“, sprich einer Zahnregulierung?

Ich will nicht mit der Zahnspange in die Disco gehen!

Für viele war das eine schwere Entscheidung. Kinder und Teenager können ja auch sehr eitel sein, noch dazu hatten in den Jugendjahren der Eltern von heute einige der gängigen Zahnspangen-Modelle starke Ähnlichkeiten mit mittelalterlichen Folterinstrumenten. Die gute Nachricht: Seither hat sich auch auf dem Gebiet der Zahn-Regulierung viel getan, die modernen Spangen sind effektiver und optisch meist weniger auffällig. Grundsätzlich unterscheidet man aber immer noch zwischen herausnehmbaren  und festsitzenden  „Regulierungen“. Der wesentliche und wichtigste Unterschied für viele Patienten: Die herausnehmbare Variante muss nicht immer getragen werden – man kann also ohne Spange in die Schule oder in die Disco gehen. Aber: Durch die Verwendung von zahnfarbenen Brackets aus Kunststoff oder Keramik kann auch die festsitzende Spange optisch ziemlich dezent daherkommen. Und bei der Anwendung der Lingualtechnik, einer speziellen Technik mit an der Innenseite der Zähne befestigten Brackets, ist die Spange so gut wie unsichtbar!

Ab welchem Alter kann man eine Regulierung verwenden?

Au weh: Der optimale Zeitraum für die Behandlung von Zahnfehlstellungen ist etwa zwischen dem neunten und dem zwölften Lebensjahr – eine Phase also, in der viele Kids ohnehin von (Vor-)pubertären Unsicherheiten geplagt werden. Trost spendet hier oft die Tatsache, dass geteiltes Leid halbes Leid ist: Etwa 40 % aller Kinder und Jugendlichen in Österreich haben Zahnfehlstellungen. Vor allem Kreuzbisse, Unterkiefer-Rücklage und Platzmangel bzw. Engstand im Frontzahnbereich sorgen dafür, dass der Zahnarzt früher oder später die Hiobsbotschaft verkündet: „Wir müssen über den Einsatz einer Zahnspange reden.“ Vieles spricht dafür, dem ersten, instinktiven „Nein!“ nach etwas Bedenkzeit doch ein „OK“ folgen zu lassen. Für die Eltern der betroffenen Kids & Teens liegen die Vorteile einer Spange meist klar auf der Hand: Lieber einige Monate mehr oder weniger „leiden“, als ein Leben lang
schiefe Zähen zu haben – da erübrigt sich doch eigentlich jede Diskussion, oder?

Zahnspange knabbert Familienbudget an

Nicht immer. Die Kids wollen schließlich JETZT cool sein und gut ausschauen, sie sind JETZT vielleicht sogar verliebt, und sie wollen JETZT vielleicht generell eher wenig an ihre Zukunft denken. Tipp: Zeigen Sie Verständnis, und erklären Sie Ihrem Nachwuchs immer wieder die Vorteile einer Zahnregulierung, dann wird Ihr Kind in der Regel auch mit einer Zahnspange einverstanden sein. Und das kann dann durchaus auch spürbare Auswirkungen auf das Familienbudget haben: Die Kosten für eine Zahnregulierung können in Summe zwischen etwa 800 und 5.000 Euro betragen. Die Krankenkassen zahlen dabei in der Regel zwischen 290 und 520 Euro. Wie tief man für die Beißerchen ins Börserl greifen muss, hängt nicht nur von der Art der Fehlstellung und der Behandlungsdauer ab. Auch die unterschiedlichen Arten der Regulierung haben verschiedene Preise. Am meisten kostet in der Regel die „unsichtbare“ Variante mit den an der Innenseite der Zähne befestigten Brackets. Naturgemäß ist das auch die Lösung, die die meisten Kids
am ehesten akzeptieren. Und dann beißen oft auch die Eltern die Zähne zusammen, ehe sie sagen: „OK, wir machen das. Es geht ja bald vorüber.“

 

„Besonders bei Kreuz- und Zwangsbissen – wenn Kinder nicht gerade zubeißen können – sollte die Behandlung so früh wie möglich beginnen. Hier empfiehlt sich der Einsatz einer Spange oft schon bei Drei- oder Vierjährigen.“ DDr. Silvia M. Silli, Verband der Österreichischen Kieferorthopäden

Fast jeder zweite braucht eine Zahnspange

Rund 40 % aller Kinder und Jugendlichen in Österreich haben Zahnfehlstellungen. Die meisten Fehlstellungen werden vor allem aus ästhetischen
Gründen als störend und belastend empfunden. Zahnfehlstellungen können aber auch der Gesundheit der Zähne schaden und Schmerzen verursachen.
Unbehandelt können Zahnfehlstellungen auch längerfristig Selbstvertrauen und Lebensqualität negativ beeinflussen. Nicht alle Zahnfehlstellungen lassen sich vom Laien auf den ersten Blick erkennen, weshalb kieferorthopädische Untersuchungen in folgendem Zeitabstand empfohlen werden:
1. UNTERSUCHUNG: MIT 4 JAHREN (MILCHGEBISS)
2. UNTERSUCHUNG: MIT 8 JAHREN (FRÜHES WECHSELGEBISS)
3. UNTERSUCHUNG: MIT 12 JAHREN (SPÄTES WECHSELGEBISS)
Für korrigierende Maßnahmen ist es nie zu spät. Auch Erwachsene können erfolgreich kieferorthopädisch behandelt werden.

Die herausnehmbare Regulierung

Herausnehmbare Regulierungen bestehen aus einem Kunststoffkörper, in den verschiedene Drahtteile bzw. Schrauben mit aktiver Wirkung (Druck auf Zahn oder Kiefer) oder passiver Wirkung (Abhalten von Zunge, Lippe, Wange) eingebaut werden.
VORTEILE VON HERAUSNEHMBAREN ZAHNSPANGEN (MIT AKTIVEN PLATTEN):
• Die Mundhygiene ist nicht beeinträchtigt, die Zahnspange kann außerhalb des Mundes gereinigt werden.
• Eignen sich gut für die frühzeitige Behandlung im Milchgebiss (lutschoffener Biss, Kreuzbiss)
• Bunte, herausnehmbare Zahnspangen können Kindern relativ leicht „schmackhaft“ gemacht werden.
• In der Schule kann man sich (bei den meisten Varianten) ohne Zahnspange zeigen.
NACHTEILE VON HERAUSNEHMBAREN ZAHNSPANGEN (MIT AKTIVEN PLATTEN):
• Geringere Effizienz, die Behandlungsdauer ist länger als bei festsitzenden Spangen.
• Der Erfolg hängt von der Mitarbeit des Patienten ab. Aktive Platten müssen 14 bis 16 Stunden täglich getragen werden, teilweise sogar ständig, um eine optimale Wirkung zu erzielen!
• Mögliche Behinderung von Zahnbewegungen während des Zahnwechsels.
• Begrenzter Einsatzbereich.

Die festsitzende oder "fixe" Regulierung

Im Gegensatz zu den herausnehmbaren Apparaturen ist diese Variante fest mit den Zähnen verbunden und kann nur durch den Zahnarzt bzw. Kieferorthopäden herausgenommen werden. Die „fixe“ Regulierung besteht aus ringförmigen Bändern mit aufgeschweißten Schlössern und Röhrchen und aus Brackets, die direkt auf die Zähne geklebt werden.
VORTEILE VON FESTSITZENDEN REGULIERUNGEN:
• Hohe Effizienz, kürzere Behandlungszeit
• Die Mitarbeit des Patienten ist nur bedingt notwendig bzw. meist überhaupt nicht notwendig.
• Feineinstellung der Verzahnung durch exaktes Positionieren der Zähne an idealer Position
• Kann so gut wie alle Fehlstellungen korrigieren
NACHTEILE VON FESTSITZENDEN REGULIERUNGEN:
• erschwerte Mundhygiene – erfordert teilweise hohe Disziplin des Patienten. Aber: Festsitzende Apparaturen gefährden den Zahnschmelz nicht, solange die Zahnpflege korrekt durchgeführt wird!
• teilweise Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Klebriges (z.B. Kaugummis) oder harte Speisen wie Nüsse oder Brotkruste sind mit Vorsicht zu genießen.
• Irritation der Mundschleimhaut zu Beginn der Behandlung
• Ästhetische Beeinträchtigung möglich. Dieser Punkt kann durch die Verwendung von zahnfarbenen Brackets aus Kunststoff oder Keramik deutlich entschärft werden. Bei der Anwendung der Lingualtechnik, einer speziellen Technik mit an der Innenseite der Zähne befestigten Brackets, gibt es keinerlei
ästhetische Beeinträchtigung!

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