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Und wer hilft kranken Kindern?

Wenn es um die Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich geht, ist die Versorgungslage noch immer dramatisch schlecht. Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) nimmt den Weltkinderrechtstag am 20. November einmal mehr zum Anlass, um auf „das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit“ (Art. 24, internationale Kinderrechtskonvention) hinzuweisen. Dieses Recht ist in der österreichischen Verfassung noch immer nicht verankert. Besonders betroffen sind chronisch kranke und behinderte Kinder. Für Kinder und Jugendliche, die dringend darauf angewiesen sind, ist die notwendige Therapie und Rehabilitation nicht gewährleistet.

Nach wie vor gibt es in Österreich schwerwiegende Versorgungsmängel in diesem Bereich:
        -  Zumindest 70.000 chronisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche erhalten nicht die Therapie, die sie benötigen.
        -  Es gibt Wartezeiten bis zu 1,5 Jahre für dringend erforderliche Therapiemaßnahmen.
        -  Es gibt bundesweit zu wenig kostenfreie Therapieangebote mit angemessenen Wartefristen. Auf dringend notwendige Behandlungen wie beispielsweise Physio-, Ergo-, logopädische, Psycho- oder Familientherapie müssen Kinder monatelange warten oder die Eltern aus eigener Tasche (vor-)finanzieren.
        -  Es fehlt ein flächendeckendes Angebot an FachärztInnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
        -  130.000 Kinder und Jugendliche leben in chronischer Armut (unter 6 Euro/Tag), 
240.000 sind Armut gefährdet. 
47% aller Ein-Eltern-Haushalte mit einem Kind sind armutsgefährdet (Statistik Austria Armut und soziale Eingliederung Mai 2013.)
       -  Kinderrehabilitation ist praktisch nicht existent. Es gibt etwa 60 Rehabilitationszentren mit 7.700 Plätzen für Erwachsene, aber kein einziges für Kinder.
        -  Viele Familien können sich die Selbstbehalte für Heilbehelfe und Therapien nicht leisten.
        - Eltern sind immer wieder mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert.
        - 3-5% der Kleinkinder wachsen unter erheblichen Belastungen wie Verwahrlosung, 
Gewalterfahrung oder existenzieller Bedrohung auf.
        -  Die medizinische Betreuung sterbender Kinder zu Hause wird durch die öffentliche Hand nicht finanziert.

Kinder und Jugendliche machen 20% der Bevölkerung Österreichs aus, erhalten aber nur 6% der Gesundheitsleistungen. Deutschland gibt in diesen Bereichen 3-6 mal so viel für seine Kinder aus. Im EU-Durchschnitt wird in Relation jüngerer zu älteren Menschen 20% mehr in die Gesundheit von Kindern und Jugendliche investiert als in Österreich. Bei Gesundheitsförderung und Prävention sind es sogar 30%.
„Im Zuge der aktuellen Budgetdebatte darf daher keinesfalls erneut auf Kosten der Kinder und Jugendlichen gespart werden!“ lautet daher der Appell von Kinderliga-Präsident Dr. Klaus Vavrik an die aktuellen politischen Entscheidungsträger. „Dies wäre ein fataler politischer Fehler, der einerseits die Rechte einer großen Bevölkerungsgruppe missachtet und andererseits später noch viel höhere Folgekosten nach sich ziehen würde“, so Vavrik. Der Generationenvertrag muss laut Vavrik in beide Richtungen gelten und auch den Kindern und Jugendlichen gegenüber respektvoll gelebt werden – ganz besonders, wenn sie krank und hilfsbedürftig sind. „Die Kinder von heute werden unsere Zukunft von morgen gestalten. Schaffen wir Ihnen dafür eine gute Gegenwart!“ lautet Vavriks Aufforderung.

Vieles konnte die Kinderliga im Laufe ihres fünfjährigen Bestehens anstoßen:
      -  Zur Verbesserung der Versorgungssituation und dem Ausbau gesundheitsfördernder und präventiver Maßnahmen für Kinder und Jugendliche wurde von BM Stöger die Kinder- und Jugend-Gesundheitsstrategie 2011 entwickelt. Ein Komitee, intersektoral besetzt, unter Vorsitz des Präsidenten der Kinderliga Prim. Dr. Klaus Vavrik, begleitet, als beratendes Gremium, die Umsetzungsmaßnahmen. Ein jährlicher Bericht zeigt übersichtlich die erfolgreichen Umsetzungsmaßnahmen und Projekte zur Kinder- und Jugendgesundheit auf.
        -  Der sogenannte „Jugendcheck“ (Wirkungsorientierte Folgenabschätzung) ist in Kraft getreten. Demnach wird jedes neue Gesetz auf seine Wirkungsfolgen für die nächsten Generationen überprüft.
        -  Bei der Entwicklung der 10 Gesundheitsziele im Jahr 2012 wurde der Kinder- und Jugendgesundheit ein eigenes Ziel gewidmet. Bei der Ausarbeitung der Umsetzungsmaßnahmen ist das Kinderziel ganz prominent an oberster Stelle gereiht. Im Bereich der Kinderrechte wurde ein Monitoring-Board bestehend aus ExpertInnen unterschiedlicher Disziplinen und dem Netzwerk Kinderrechte eingerichtet. Aufgabe ist es, basierend auf den Empfehlungen des UN-Kinderrechteausschusses Vorschläge zur Verbesserung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.
        -  Frühe Hilfen: Es wurden über die Gesundheitsziele-Projektförderung in fünf Bundesländern in Kooperation mit den Gebietskrankenkassen und einer fachlichen Begleitung durch die Kinderliga regionale Modellprojekte gestartet. 
Auch im Bereich der Versorgung gibt es, regional sehr unterschiedliche, erste Verbesserungen. Diese sind jedoch weit davon entfernt, den tatsächlichen Bedarf zu decken. Hierfür braucht es weiterer Maßnahmen und Hilfen.

Weiter Infos: http://www.kinderjugendgesundheit.at

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