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Unterschätzte Gefahr: Lernen unter Drogeneinfluss

Jeder vierte österreichische Schüler über 13 Jahren ist dem Konsum eines Mittels zur schulischen Leistungssteigerung nicht abgeneigt. Und mehr als die Hälfte der Schüler fühlt sich vom Schulalltag ausgelaugt und hätte gerne ein Hilfsmittel dagegen. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Nachhilfeinstituts LernQuadrat zum Thema „Lernen auf Droge“. Zur Bewältigung der täglichen Lern-Herausforderungen setzen die Jugendlichen vor allem auf Kaffee und Energy Drinks. Alkohol wird von vielen mittlerweile als „cooler“ und weniger gefährlich als Zigaretten eingestuft.

Alle Suchtmittel schaden der Lernleistung

Österreich liegt hinsichtlich des Drogenkonsums junger Menschen im europäischen Spitzenfeld, wie die LernQuadrat-Studie zeigt. 63 Prozent der 15-19-Jährigen konsumieren Alkohol, 53 Prozent rauchen (29 Prozent sogar zehn und mehr Zigaretten am Tag), 21 Prozent haben bereits einmal Cannabis konsumiert. Nirgends in Europa werden von Jugendlichen so viele Energy Drinks konsumiert wie hierzulande. Und nur in der Türkei und Italien gibt es bei 15- bis 19-Jährigen mehr Todesfälle durch Drogenkonsum als in Österreich. „Grundsätzlich wirken sich alle Formen des Suchtmittelkonsums auf lange Sicht äußerst negativ auf die Lernleistung aus“, betont Studienautor Jan Höltge. Das Leben werde immer mehr durch den Substanzkonsum definiert, der Schulkontext gerate völlig in den Hintergrund. Im Einzelnen zeigen die Suchtmittel unterschiedliche Auswirkungen: „Während sich Alkohol verheerend auf die Gedächtnisleistungen auswirkt, stört Koffein vor allem die Konsolidierung des gelernten Stoffes im Schlaf. Rauchen schadet erheblich der Konzentrationsfähigkeit, und Cannabis beeinträchtigt insbesondere die Planungsfähigkeit und das logische Denkvermögen“, so Höltge. Die Auswirkungen der Suchtmittel werden von einem Großteil der befragten Schülerinnen und Schüler immerhin erkannt. So erwarten 86 Prozent negative Folgen für das Gedächtnis und 81 Prozent für die Konzentrationsfähigkeit. Allerdings sieht nahezu jeder sechste Jugendliche Alkohol und Zigaretten als motivationsfördernd an. Insbesondere am Höhepunkt der Pubertät, mit 15-16 Jahren, ist die Anfälligkeit für Suchtmittelkonsum am größten.

Angst vor Schulversagen

„Neben Vorbildwirkung der Eltern, Gruppenzwang und der typisch pubertären Identitätssuche inklusive ‚Sensation Seeking‘ steht auch der Schulkontext in vielfältigem Zusammenhang mit Drogenkonsum“, berichtet LernQuadrat-Studienautor Höltge. Schwache Schulleistungen gehen häufig mit Drogenkonsum einher  – ein Teufelskreis, da schlechte Schulergebnisse wieder zu mehr Drogenkonsum verführen. Schlechte Lehrer-Schüler-Beziehungen sowie Angst vor Schulversagen seien ebenfalls erhebliche Risikofaktoren. Andererseits könne allein schon die Aussicht auf schulische Leistungsverbesserung, etwa durch elterliche Unterstützung oder professionelle Nachhilfe, die Anfälligkeit für Drogenkonsum reduzieren.

Rechtzeitig gegensteuern

„Suchtartiger Drogenkonsum sollte so früh wie möglich erkannt werden, damit man noch gegensteuern kann. Druck und Bestrafungen haben dabei keinen Sinn. Statt dessen gilt es, die Motivation des Jugendlichen aufzubauen und zu festigen“, meint LernQuadrat Gründer Konrad Zimmermann. Beispielsweise durch das Aufzeigen und gemeinsame Entwickeln neuer Zielsetzungen in kleinen Schritten, Schaffung positiver Alltagserlebnisse durch Hobbies und gezieltes Training von Leistungsfähigkeit und Selbstvertrauen. „Viel mehr für die Prävention sollte auch an den Schulen getan werden“, so Zimmermann. Nur 35 Prozent der 13-19-Jährigen wurden in der Schule umfassend mit dem Thema Suchtmittelkonsum konfrontiert. Und auch nur rund ein Drittel der Lehrkräfte wurde von den beiden Schulungsprogrammen, die in Österreich angeboten werden, bisher erreicht.


Foto: Fotolia 
© Laurent Hamels

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