Boeser Bub

Köpfchen statt Faustrecht

Der einzige Weg aus der Gewaltspirale führt über Rückfallprävention. Doch dafür fehlen noch die Ressourcen.

Jugendbanden oder einzelne Jugendliche, die durch kriminelles Verhalten wie Vandalismus, Gewalt, Einbruch und Diebstahl auffallen, rücken zunehmend in den Fokus medialer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Jugendkriminalität wird zusehends als gesellschaftspolitisches Problem verstanden. Die „Qualität“ des österreichischen Jugendstrafvollzugs wurde aus aktuellem Anlass kürzlich intensiv medial diskutiert. Jugendkriminalität ist ein komplexes und gesellschaftsbewegendes Thema. Einerseits muss den Opfern von Straftaten Rechnung getragen werden, andererseits handelt es sich bei den Tätern um Kinder- und Jugendliche, die in unserer Gesellschaft als schutzbedürftig gelten. Die Mitarbeiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Christian-Doppler-Klinik haben unter der Leitung von Primar Univ.-Prof. Dr. Thun-Hohenstein ein Pilotprojekt gestartet, einzelnen Jugendlichen, bei welchen im Rahmen ihrer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung an der Klinik deliktisches Verhalten offenkundig wurde, eine deliktorientierte Therapie nach Schweizer Vorbild anzubieten.

Täter aus psychosozial belasteten Familien
Jugendkriminalität ist ein komplexes und gesellschaftsbewegendes Thema. Einerseits muss den Opfern von Straftaten Rechnung getragen werden, andererseits handelt es sich bei den Tätern um Kinder- und Jugendliche, die in unserer Gesellschaft als schutzbedürftig gelten. Insbesondere kriminelle Jugendliche entstammen gehäuft psychosozial schwerst belasteten Familien und wurden in ihrer Entwicklung häufig selber Opfer von Gewalt und Missbrauch. Internationale und nationale Studien zeigen ferner, dass jugendliche Straftäter extrem gehäuft von psychischer Störung (v.a Störungen des Sozialverhaltens, Suchterkrankungen und Traumafolgestörungen) betroffen sind und dass diese Störungsbilder eine direkte Auswirkung auf das Deliktverhalten, interpersonelle Aggression, Rückfall und auch suizidales Verhalten haben.

Gestörtes Schuldempfinden
Die bisherige Lebenserfahrung und die Störungen der betroffenen Jugendstraftäter sind eng mit ihren aktuellen und späteren Taten verwoben. Bei vielen Jugendlichen sind die Persönlichkeitsentwicklung, das Schuldempfinden, die Impulskontrolle und die Empathie für  andere zutiefst gestört. Ein bloßes „Wegsperren“  wie es in einer Untersuchungshaft der Fall ist führt zu keiner Veränderung, da derart empfindlich in ihrer Entwicklung gestörte Kinder nicht in der Lage sind, selber – im Rahmen einer Sanktion wie der Haft - die notwendigen Nachreifungsprozesse einzuleiten. Dem anfänglichen Schock der Erstinhaftierung folgt eine Sozialisation im dissozialen Milieu der Mitinsassen, wo defizitäre Strukturen weiter gelebt und vertieft werden. Machtkämpfe, Unterdrückung, Folter und Demütigung in der Gruppe sind hier keine Seltenheit. Spielt man diesen Gedanken weiter, ist es verständlich, dass die Haft wenig bis gar keine resozialisierenden Aspekte hat. Viele Jugendliche werden direkt aus der Untersuchungshaft entlassen ohne die im Jugendstrafvollzug bestehenden Therapie und Ausbildungsmöglichkeiten genutzt zu haben. Dem Anspruch dem Opfer Rechnung zu tragen und zukünftige Kriminalität zu verhindern wurde nicht genüge geleistet. „Wir können daraus schließen, dass die Möglichkeiten des Täters, sich selber zu verändern direkt verbunden sind mit der Prävention von zukünftigen Straftaten und somit dem Schutz zukünftiger potentieller Opfer. Somit ist es, um das Opfer zu schützen, unumgänglich mit den Täter zu arbeiten. Was anfänglich ein ethischer Widerspruch erscheinen mag, entpuppt sich als logische Konsequenz“, so Univ.-Prof. Dr. Thun-Hohenstein von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. erklärt:


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