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Opfer von Cybermobbing werden immer jünger

Cybermobbing wird zunehmend zu einem Problem und Kinder sind besonders hiervon betroffen -  zu diesem Ergebnis kommen die Experten. Erstmals wurden für die Studie 64 Wissenschaftler aus sieben Ländern zu ihrer Einschätzung befragt. Ziel der „Digital Risk Survey“ ist es, Ideen für einen besseren Opferschutz zu entwickeln. 

Das Smartphone spielt eine wichtige Rolle

Die Wissenschaftler aus Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, den USA und Spanien sehen ein ähnliches Problem in allen Ländern: Durch die ständige Verfügbarkeit des Smartphones ist die Schwelle für Schmähungen und üble Nachrede im Netz heute sehr viel niedriger als früher. Gleichzeitig machen sich Jung und Alt durch das vermehrte Knipsen von Fotos angreifbarer – denn durch die Selbstporträtierung im Internet bieten sie Tätern eine große Angriffsfläche.

Täter und Opfer immer jünger 

Täter als auch Opfer werden dabei immer jünger, da der Zugang zu Tablets und Smartphones immer früher beginnt.  „Jeder vierte junge Mensch unter 14 Jahren war in Deutschland bereits Opfer von Cybermobbing“, so Catarina Katzer, Leiterin des Instituts für Cyberpsychologie und Medienethik in Köln und Autorin der Studie (Anm.: In Österreich dürften die zahlen ähnlich sein).

Junge Menschen überschätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit mobilen Geräten und sozialen Netzwerken – und unterschätzen dabei das Risiko. Persönlichkeitsrechte sind schnell verletzt, beispielsweise wenn ein privat versandtes Foto von anderen ungefragt auf sozialen Plattformen veröffentlicht wird. Insgesamt stellen die Experten auch einen Mangel an Einfühlungsvermögen fest. Viele Täter sehen sich selbst nicht als Mobber und sind sich den Konsequenzen ihrer Handlung nicht im vollen Ausmaß bewusst. Was sie mit ihren Postings anrichten können, wird von ihnen häufig nicht hinterfragt.

Besonders Kinder leiden 

Cyberattacken wirken besonders bei jüngeren Kindern verletzend. In ihrer Form sind sie aggressiv, da sie prinzipiell endlos sind und dem Opfer so gut wie keine Rückzugsmöglichkeiten bieten. 

Einig sind sich die Wissenschaftler, dass der Schutz der Opfer verstärkt werden müsse. Es fehle sowohl an ausreichender Aufklärungsarbeit als auch an Maßnahmen der Prävention, besonders an Haupt- und Gesamtschulen. 

Verantwortungsvollen Umgang trainieren

Umso wichtiger ist es, Cybermobbing entschieden entgegen zu treten. "Wer Kinder vor Cybermobbing schützen will, muss auf Prävention setzen", sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). "Den Kindern muss ein verantwortungsvoller Umgang mit ihren Daten zu Hause vorgelebt und in der Schule beigebracht werden." 

Doch nicht nur Schulen und Eltern sind hier gefragt, auch Anbieter sozialer Netzwerke müssen stärker gegen Mobbing vorgehen, z.B. durch Filter gegen Hassattacken. Sozialpsychologin Katzer fordert die Einführung eines SOS-Buttons. Dieser „Mobbing-Alarm“ sollte deutlich erkennbar sein und dazu dienen, sofortige Hilfe bei den Anbietern zu erfragen, sobald sich jemand gemobbt fühle. 

Im internationalen Vergleich liegt Großbritannien vorn 

Großbritannien hat starke Präventionsmaßnahmen an Schulen und schneidet im Vergleich der Studie am besten ab. Auch in der Forschung sind die Briten,  gemeinsam mit den USA, an vorderster Front. Gefolgt werden sie von Norwegen und den Niederlanden. Zwar kann sich Deutschland laut Aussage der Experten mit dem Forschungsstand in anderen Ländern messen, an der Umsetzung hapere es allerdings noch an vielen Stellen. Die Initiatoren der Studie plädieren unter anderem dafür, dass Schulen zu Prävention verpflichtet werden und Schulnetzwerke regional eingerichtet werden, um gemeinsames Handeln zu stärken. 

Was können Eltern und Erziehende tun? 

Bei Cybermobbing handelt es sich um ernstzunehmende Attacken, die oft auch seelische Verletzungen verursachen und strafbar sind. SCHAU HIN! rät, dass Eltern sich darüber informieren, aufmerksam sind, Verhaltensregeln im Netz besprechen und ihr Kind dafür sensibilisieren, welche Folgen Mobbing haben kann und dass sie sich für andere einsetzen. Dabei hilft eine gemeinsame Haltung gegen Mobbing in der Familie und an der Schule.

  1. Vertrauensbasis schaffen: Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind das Internet entdecken und über mögliche Gefahren wie Belästigungen bereits im Vorfeld sprechen.
  2. Unterstützung anbieten: Das Kind sollte das Gefühl haben, zu jeder Zeit mit seinen Eltern über alle Erfahrungen im Internet reden zu können und Unterstützung zu erhalten, damit die Hürde für das Kind nicht zu groß ist, sich anzuvertrauen.
  3. Auf Anzeichen achten: Sensibel und verständnisvoll auf mögliche Veränderungen des Kindes reagieren.
  4. Gemeinsam nach Lösungen suchen: Falls Eltern konkrete Schritte unternehmen wollen, ist es sinnvoll, diese mit dem Kind zu besprechen und es in ihre Lösungsversuche einzubeziehen.
  5. Nicht bestrafen: Ein Handy- und Internetverbot ist nicht sinnvoll. Cybermobbing ist in der Regel nicht einem Fehlverhalten des Kindes geschuldet, auch unabhängig von der eigenen Internet- und Handynutzung können Inhalte über die betroffene Person veröffentlicht werden.
  6. Schule kontaktieren: Hilfreich kann es auch sein, die Schule des Kindes anzusprechen, damit Cybermobbing im Unterricht zum Thema gemacht wird.
Foto/Quelle: Fotolia/ Schau hin

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