Kondom

Gratis-Kondome für Schüler?

Grundsätzlich keine schlechte Idee, um Jugendliche mit den Themen Fruchtbarkeit und Verhütung vertraut zu machen. Mag. Martina Kronthaler, aktion leben-Generalsekretärin, ist das nicht genug. Sie fordert die Einführung von sexualpädagogischen Workshops, damit Jugendliche Fragen stellen und wertvolle Informationen erhalten können.
 
Es war ein kurzer Vorstoß in die richtige Richtung, den Frauenministerin Heinisch-Hosek im Interview mit Redakteuren einer bunten Gratis-Postille wagte. Sie äußerte die Idee, Schülern in Zeiten von steigenden HIV-Ansteckungen kostenlos Kondome zur Verfügung zu stellen. Doch die flotte Ansage der Ministerin via Boulevard ist wenig durchdacht. Denn: Ohne sexualpädagogische Begleitworkshops ist die richtige Anwendung des Kondoms infrage zu stellen. Jugendliche bewahren Kondome oft falsch auf: in Geldbörsen, Hosentaschen, geknickt und nicht bei der richtigen Temperatur. „Kaputte Kondome sind ein Sicherheitsrisiko! Krankheiten können übertragen werden, obwohl sich die Jugendlichen sicher sind, dass sie davor geschützt sind. Auch ungewollte Schwangerschaften können so nicht vermieden werden“, so die aktion leben-Generalsekretärin.
 
Wie „funktioniert“ das Kondom?
Die Sicherheit von Kondomen wird von Jugendlichen fast immer überschätzt. Anwendungsfehler kommen häufig vor. „Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang ist neben den Kenntnissen der Fruchtbarkeit auch die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Auch das wird mit Sexualpädagogik vermittelt“, betont Kronthaler. Vor allem beim ersten Mal sind Jugendliche oft emotional überfordert. Deshalb sei das Kondom in dieser Situation nicht immer das optimale Verhütungsmittel.
„Die Verteilung von Gratis-Kondomen kann für Mädchen und junge Frauen ein beratendes Gespräch über Empfängnisregelung bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt nicht ersetzen“, räumt Kronthaler ein.
Das Verteilen von Kondomen kann manchen Jugendlichen außerdem vermitteln, dass der richtige Zeitpunkt für den ersten Geschlechtsverkehr bereits gekommen ist. „Wenn sie sich dafür noch nicht reif fühlen, sie keine Partnerin oder keinen Partner haben, kann das unter Umständen ihr Selbstwertgefühl untergraben.“
 
Sexualpädagogische Workshops
In sexualpädagogischen Workshops der aktion leben erfahren Jugendliche u. a. auch, dass der richtige Zeitpunkt für das erste Mal von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann. Sie lernen auf ihre Gefühle zu achten, sodass die ersten sexuellen Erfahrungen positiv erlebt werden können und nicht unter Druck zustande kommen.
Ein weiterer wesentlicher Punkt der in der Gratis-Kondom-Aussage unberücksichtigt bleibt: Sexualität ist nicht nur ein körperlicher Akt, sondern hat auch mit mit Beziehung und Liebe zu tun. Kronthaler: „Jugendliche können sich dadurch als ganzheitliche Persönlichkeiten und Sexualität als gestaltbare Lebenskraft erfahren.“

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