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Grauslich, aber wahr: Plazenta á la carte

Kaum zu glauben, aber wahr. Immer mehr Mütter verzehren nach der Geburt die eigene Plazenta – dieses seltsame Ritual ist sogar unter Promis äußerst beliebt.

Kim Kardashian hat nach der Geburt ihres zweiten Kindes ihre Plazenta gefriertrocknen lassen und danach in Pillenform zu sich genommen. Na, Mahlzeit, kann man da nur sagen. Wohl bekomm´s. Damit hat die It-Mam leider einen Trend losgetreten. Von Plazenta Spaghetti bis hin zum Plazenta Smoothie ist mittlerweile alles dabei was die Rezeptwelt zu bieten hat. Stellt sich nur die Frage, ob diese seltsame Mahlzeit aus dem Mutterleib der Gesundheit zuträglich ist oder gar Schaden anrichten kann?

Brauchtumspflege einmal anders

Experten bezeichnen den Verzehr der Plazenta als Plazentophagie. Doch ist Plazentophagie tatsächlich Kannibalismus? Durchaus, denn: Es bezeichnet den Verzehr eines menschlichen Organs durch den Menschen. Aus rechtlicher Sicht ist die Plazenta das Eigentum der Mutter und sie kann deshalb entscheiden, was sie damit anstellt. In England zum Beispiel führte ein Fall von Plazentophagie zu einer Strafverfolgung, der Grund dafür: Kannibalismus. Abhängig vom kulturellen Hintergrund wurde mit der Plazenta unterschiedlich umgegangen. In Europa sind Nachgeburtsbestattungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts üblich gewesen sein. Außerdem wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts Plazenta in pulverisierter Form in Apotheken verkauft und diente zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. Desweiteren wurden Plazenten zur Weiterverarbeitung als Medikamente verwendet. In der Kosmetikindustrie fand sie ebenfalls Gebrauch, mittlerweile wurde sie jedoch durch synthetisch hergestellte Stoffe ersetzt.

Ein Organ zum Dessert

Bevor man den Mutterkuchen im wahrsten Sinne des Wortes verspeist, muss man erst wissen, was dieser überhaupt ist. Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, versorgt den Embryo mit Nährstoffen und ist für den Abtransport von Abfallprodukten zuständig. Sie ist die Verbindung zwischen dem Blutkreislauf der Mutter und des Ungeborenen und über die Nabelschnur mit dem Embryo verbunden. Um sich dieses wichtige Organ bildlich vorstellen zu können: die Plazenta ist ein dunkelrotes, scheibenförmiges Organ, welches von vielen Blutgefäßen durchzogen ist, man könnte sie optisch mit einer frischen Leber vergleichen. Bei der Geburt ist sie 500-600 Gramm schwer und misst ca. 15-20 cm. Der Mutterkuchen wird kurze Zeit nach der Geburt vom Körper mit der sogenannten Nachgeburt abgestoßen.

Gesundheitlich (un)bedenklich?

Ein schöner Teint, der Ausgleich des Eisenverlusts, eine verbesserte Milchbildung sowie ein besseres Immunsystem zählen offenbar zu den Argumenten, die für den Verzehr der Plazenta sprechen. Doch ganz so unbedenklich ist die ganze Sache nicht: In der Plazenta sammeln sich Blei, Cadmium und Quecksilber, als auch toxische Schadstoffe an. Diese dürfen keinesfalls zum Ungeborenen gelangen, da sie erhebliche Schäden verursachen würden. Wenn sich eine Mutter also vom Mutterkuchen ernährt, ist dies zum einen für sie selbst nicht gesund und zum anderen könnte das Kind die Schadstoffe mit der Muttermilch aufnehmen.

Eine Frage des Geschmacks

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Verzehr des Mutterkuchens, wenn mit diesem alles in Ordnung ist. In manchen Fällen sieht dieser jedoch nicht so aus wie er sollte: Das Gewebe kann verkalkt oder durchlöchert sein. Ob man seine eigene Plazenta wirklich verspeisen und damit jeden unsinnigen Trend mitmachen will, ist Ermessenssache. Ob man damit guten Geschmack beweist, sei dahingestellt...


Fotot: Shutterstock/Iryna Inshyna

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