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Hurra, es sind Vierlinge!

Mediziner sagten der dreifachen Mutter Franziska Gütler, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann. Sie irrten. Jetzt brachte die Kärntnerin gesunde Vierlinge zur Welt.

Nein, gerechnet hat sie damit nicht. Franziska Gütler (31) schüttelt den Kopf. Die Ärzte hatten ihr nach der Geburt des dritten Kindes vor etwas mehr als einem Jahr gesagt, dass die Chancen auf eine erneute Schwangerschaft gering seien. Verschwindend gering. „Zu 98 Prozent sollte sicher sein, dass wir keinen Nachwuchs mehr bekommen. Ich habe wohl zu den zwei Prozent gehört”, erzählt die sympathische Kärntnerin schmunzelnd. Die Folge des „Irrtums”: Unverhoffter Kindersegen. Am 6. Juni 2006 brachte die Frau im Landeskrankenhaus Klagenfurt gesunde Vierlinge auf die Welt. Eine Sensation, die den kleinen Ort Köttmannsdorf weltweit ins Rampenlicht rückte. Doch Franziska Gütler nimmt es gelassen, kann all die Aufregung nicht verstehen: „Ich war keine Sekunde lang nervös oder angespannt.” Selbst als sie zur Entbindung ins Spital gebracht wird, wundern sich die Ärzte über ihren  ausgesprochen „normalen” Blutdruck. Aus der Ruhe bringen lässt sich Kärntens Supermama sowieso nie. Warum auch. „Alles kommt so, wie es kommen muss”, ist ihr Lebensmotto. Dementsprechend gefasst reagierte sie auch auf die Nachricht der erneuten Schwangerschaft. „Ich habe schon gespürt, dass etwas nicht stimmt und bin zu meinem Gynäkologen gegangen.” Zu diesem Zeitpunkt ist Franziska bereits in der sechsten Woche schwanger. Der Arzt untersucht seine Patientin mit dem Ultraschallgerät und beglückwünscht sie – zu Zwillingen. „Ich habe mir immer Zwillinge gewünscht und war sehr froh über diese Nachricht.” Von Vierlingen ist noch keine Rede. Franziskas Mann Mario bekommt als erster die gute Nachricht zu hören. Er macht einen Scherz, meint zu seiner Frau, bevor diese noch etwas von den Ergebnissen sagen kann: „Na, werden es Drillinge?” Die Schwangere träumt wenige Tage später, dass es nicht bei Zwillingen bleiben wird. Hat der Körper Signale an das Unterbewusstsein der Frau gesandt?

Zuerst tippte der verblüffte Arzt auf Zwillinge

Zehn Wochen später erneuter Untersuchungstermin beim Arzt. Wieder Ultraschallbilder. Der Doktor wirkt erstaunt, ungläubig. Was er da auf dem Monitor
sieht, sind nicht zwei, sondern vier Kinder! Der Mediziner will sicher gehen, einen Irrtum ausschließen und schickt Franziska sofort ins Krankenhaus.  „Vorher habe ich mich noch mit meinem Mann auf einen Kaffee getroffen und ihm gesagt, dass er Papa von vier Kindern wird. Eigentlich konnte ich es selbst kaum glauben.” Der LKW-Fahrer, der in Österreichs südlichstem Bundesland nahezu jeden Tag von fünf Uhr früh bis acht Uhr abends auf Achse ist, nimmt es gelassen, freut sich über den Kindersegen: „Wir machen das schon”, sein Kommentar. Die übrigen Familienmitglieder und Freunde können sich mit dem Gedanken an eine Großfamilie nicht gleich anfreunden. Auch Franziskas Mutter ist anfangs skeptisch. Die junge Frau lässt sich dadurch jedoch nicht entmutigen. „Ich wollte schon immer viele Kinder haben. Gibt es etwas Schöneres?” Für die Schwangere beginnt eine schwierige Zeit. Alle zwei Wochen muss sie sich untersuchen lassen, eine Vierlingsschwangerschaft ist nicht ungefährlich. Vor allem für die Kinder. Im Zuge einer Routine-Kontrolle
stellen die Ärzte fest, dass es eigentlich Fünflinge wären, ein Kind hat sich jedoch nicht entwickeln können. Franziska atmet tief durch. „Niemand konnte sagen, ob es alle Kinder schaffen, aber ich habe immer positiv gedacht.” Der Bauch wächst und wächst, es gibt keine Komplikationen. „Was mich verwundert hat, war der Umstand, dass ich nur sehr wenig zugenommen habe”, erzählt die 31- Jährige. Als sie mit ihrer Tochter Chiara (13) schwanger war, brachte sie immerhin 30 Kilo Mehrgewicht auf die Waage. Bei Marcel (5) sogar 45 Kilo und bei Nachzügler Nico (1) 35 Kilo. Diesmal waren es nur 14 Kilo. Warum? Weil der kleine Nachwuchs in Mamas Bauch fast die gesamte Nahrung für sein Wachstum brauchte. Beschwerden während der Schwangerschaft hatte die mittlerweile siebenfache Mutter nicht. Sie fühlte sich rundherum wohl. Am 12. August wäre der offizielle Geburtstermin gewesen, doch bei Vierlingen kann nicht so lange gewartet werden. Die Ärzte beschließen, die Kinder bereits am 6. Juni mittels Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. „Es war höchste Zeit, denn der Platz wurde knapp. Außerdem haben die Kinder schon einige meiner Organe gequetscht. Ich wollte die Vier erst in der 35. Woche bekommen, doch die Ärzte haben gemeint, dass die Kinder bereits zu schwer und groß seien”, erzählt die stolze Mutter. Bereits am Abend vor dem Eingriff muss Franziska ins Krankenhaus. Letzte Untersuchungen. Wieder ist sie die Ruhe in Person. Nur noch wenige Stunden trennen sie vom großen Augenblick. Es ist höchste Zeit für den Kaiserschnitt. Am nächsten Tag ist es soweit. 25 Menschen drängen sich im Operationssaal. Für jeden Säugling stehen jeweils ein Kinderarzt, eine Hebamme und zwei Schwestern bereit. Außerdem drei Operateure, zwei Anästhesisten und jede Menge interessierter Mediziner. Es herrscht lockere Stimmung, alle sind bester Laune. Franziskas Schwester filmt die Geburt mit der Videokamera, Ehemann Mario hält die Hand seiner Frau. „Es ist alles so schnell gegangen”, erinnert sich die Vierlings-Mutter. „Der Arzt hat mich nach der Narkose gefragt, ob ich noch etwas spüre. Dann war da ein dumpfer Druck am Bauch und schon sind die Kinder auf der Welt gewesen.” Die glückliche Mutter darf die Vier kurz sehen, danach werden sie in Brutkästen gelegt. Es sind drei Buben und ein Mädchen: Raphael (43 cm/1.745 Gramm), Moritz (43,5 cm/1.720 g), Luca (41 cm/ 1.395 g) und Leonie (43 cm/1.640 g). Als die erschöpfte Mutter ins Aufwachzimmer gebracht wird, regt sie sich zum ersten Mal auf. „Ich bin ein sehr geduldiger Mensch, aber es hat hier sofort das Telefon geläutet und Zeitungsreporter wollten mit mir sprechen. So etwas finde ich rücksichtslos.” Der mediale Druck ist gewaltig. Es gilt das „Sommerloch” zu füllen, außerdem sind Vierlinge keine Alltäglichkeit und ein gefundenes „Fressen” für die Meute der Sensationsjournalisten. „Alle wollten Fotos der Kinder, aber ich habe mich geweigert. Sie liegen doch noch im Brutkasten, kein schöner Anblick.” Bis zu 150 Interview-Anfragen täglich belasten die Frau. Sie spricht mit niemandem mehr, ihr Vater kümmert sich darum, blockt ab. Langsam kehrt wieder Ruhe ein. Schon bald werden die Vierlinge heimkommen. Noch fährt die Mutter jeden Tag zweimal ins Krankenhaus, jeweils eineinhalb Stunden vormittags und
nachmittags. Zu jedem Termin hat sie zwei Kinder auf ihrem Körper liegen. Auch die zwei großen Geschwister freuen sich über den Nachwuchs. „Marcel hat sofort angeboten, sich um seine Brüder und die Schwester zu kümmern. Sogar Windeln will er wechseln”, so Franziska. Und Chiara wird mit den Babys oft spazierengehen. Nur der kleine Nico ist ein bisschen eifersüchtig. „Als er mich mit den Babys gesehen hat, wollte er gar nicht mehr zu mir kommen.” Und wie wird es im Haushalt der Großfamilie weitergehen? Das Geld ist knapp, die Wohnung für neun Menschen zu klein. Das Ehepaar hat deshalb einen Zubau am Haus der Mutter errichtet. Noch ist alles nur eine große Baustelle und die junge Familie für jede Unterstützung dankbar. Eine Firma hat bereits versprochen, Fenster zu spenden. Vielleicht finden sich noch andere Unternehmen, die einer Großfamilie helfen wollen? Dringend wird ein großes Auto gesucht. Am besten ein Kleinbus. Der alte VW-Passat bietet viel zu wenig Platz. Zukunftssorgen macht sich Franziska trotzdem nicht.„Alles kommt, wie es kommen muss”, sagt sie nochmals und lächelt. Und wenn sich wieder Nachwuchs ankündigt? Das Ehepaar sieht sich kurz an. „Dann soll
es so sein. Ich entscheide mich ganz bestimmt nie gegen ein Kind.” Klingt nach wunschlos glücklich. Gibt es nicht doch etwas, das eine siebenfache Mutter ersehnt? „Ja. Irgendwann einmal einen All-Inclusive-rlaub in der Türkei mit der ganzen Familie  machen. Wenn nicht, ist es auch kein Problem.
Hier bei uns ist es doch sehr schön. Und das Wichtigste ist doch, den Kindern geht es gut…”

 

Mehrlingsgeburten - Risiko für Mutter und Babys

Die Schwangerschaft verläuft umso riskanter, je mehr Föten sich in der Gebärmutter bilden. Folgende Komplikationen betreffen Mehrlingskinder häufiger als Einzel-Kinder:
• Der Mutterkuchen kann Leistungsschwächen aufweisen. Für den Fötus bedeutet das, dass er nicht genügend Nährstoffe erhält und langsamer wächst. Ist auch die Durchblutung der Plazenta vermindert, kann der Fötus nicht ausreichend Sauerstoff erhalten. Die Folgen davon können Minderwuchs sowie
Entwicklungsstörungen und -schäden sein
• Einer der Föten entwickelt sich hinsichtlich Größe und Gewicht schlechter als die anderen (Intrauterine Wachstumsdiskordanz)
• Frühgeburten, vor allem wegen der größeren Raumforderung

Auch die werdende Mutter kann, aufgrund der höheren Belastung, von Komplikationen betroffen sein:
• Erhöhter Blutdruck
• Vorzeitige Wehen
• HELLP-Syndrom (Blutgerinnungsstörung, nachlassende Leberfunktion)
• Präeklampsie (Eiweiß im Urin, Blutgerinnungsstörungen)

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