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Stressfrei verreisen mit Kids

und – im positiven Sinne – ein unvergessliches Erlebnis für alle bleibt.

Es sollte der erste Urlaub nach der Entbindung sein. Mehr als zwei Jahre waren seither vergangen, Marianne und Peter hatten eine Auszeit dringend nötig.
Und auch der kleinen Lisa würde es am Meer bestimmt gefallen. Rasch war eine schöne Ferienanlage gefunden, nur zwei Flugstunden entfernt. Doch die erhoffte Erholung blieb aus. Bereits im Flugzeug wurde das sonst so brave Mädchen unruhig. Die Eltern hatten alle Hände voll zu tun, die Kleine zu  beschäftigen. Am Urlaubsort angekommen, schien endlich alles in Ordnung zu sein. Leider nur für kurze Zeit. Das Mädchen weinte fast jede Nacht, die Zimmernachbarn beschwerten sich wegen des Lärms, dem Vater blieb nichts anderes übrig, als mit seiner Tochter durch die nächtliche Ferienanlage zu spazieren. Das Kind beruhigte sich zu- FotoS: Dmitry ErSlEr - Fotolia.com, philippE DEvannE - Fotolia.com meist erst gegen Morgen und schlief dafür umso tiefer während des Tages. An Strand und Meer war nicht zu denken. Die Eltern hatten sich die schönste Zeit im Jahr anders vorgestellt.

Kein Urlaubsstress dank der richtigen Planung

Was hätte das junge Ehepaar anders machen sollen, wie hätten die Planung aussehen müssen, damit das Urlaubsglück nicht getrübt wird? Die Überlegungen sollten schon bei der Wahl des Urlaubsortes beginnen. Muss es unbedingt eine weit entfernte Destination sein? Tut es in den ersten Kinderjahren nicht auch ein Urlaub am nahen Bauernhof oder Badesee? Letztlich liegt es bei den Eltern, die für die gesamte Familie richtige Entscheidung
zu treffen. Experten raten: Speziell Ihmit Kleinkindern sollte das ideale Reiseziel nicht weiter als drei bis vier Stunden entfernt sein. Wer mit dem Wagen unterwegs ist, kann zwischendurch problemlos halten und Pause machen, sich die Füße vetreten oder an einer Raststation einen kleinen Snack zu sich nehmen. Kindern kommt die Reisezeit dadurch nicht so lange vor. Die Dauer von drei bis vier Stunden ist für Kindern eindeutig nicht belastend.


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Stressfrei verreisen mit Kids

Abheben mit dem Baby – grundsätzlich kein Problem

Natürlich können Sie auch mit einem Baby in den Flieger steigen. Die gesetzliche Altersgrenze liegt bei zwei bis drei Monaten. Je kleiner das Kind ist, desto mehr müssen Sie jedoch auf seine Sicherheit achten. In vielen Ferienfliegern sind Kinder unter zwei Jahren ungesichert unterwegs. Sie sitzen auf dem Schoß der angeschnallten Eltern. Fragen Sie am besten vor dem Reisestart bei der Fluglinie nach, ob sie einen Baby-Basket zur Verfügung stellt. Diese „Körbe“ sind für Kinder bis neun Kilo Körpergewicht geeignet. Sie werden an der Wand der ersten Reihe vor dem Sitz eingehängt. Da diese Plätze begrenzt sind, empfiehlt sich eine rechtzeitige Reservierung. Verängstigte Eltern können natürlich auch einen Autokindersitz mitnehmen. Natürlich muss der Sitzplatz bezahlt werden. Bedenken Sie jedoch, dass nicht alle Sitze zugelassen sind. Sprechen Sie auf jeden Fall mit Mitarbeitern der Fluglinie darüber, denn Kinderrückhaltesysteme sind nur auf bestimmten Sitzplätzen (Fenster, in Großraumflugzeugen auch der Mittelplatz) zugelassen. Ab dem Alter von zwei Jahren gilt bei den meisten Airlines ein ermäßigter Kinderpreis, der den Anspruch auf einen eigenen Sitzplätz beinhaltet. Kinder werden
mit dem normalen Gurt angeschnallt.

Die Frage vor dem Reiseantritt: Wohin mit dem vielen Gepäck?

Wer zum ersten Mal mit dem Nachwuchs verreist, wird es spätestens beim Packen bemerken: Deutlich mehr Gepäck muss mitgenommen werden. Gerade Eltern von kleinen Kindern sollten deshalb genau überlegen, was wirklich in den Koffer oder die Reisetasche muss und was guten Gewissens zu Hause beleiben darf. Mit mehreren Packungen Windeln, unzähligen Fläschchen und Kartons voll Spezialnahrung zu verreisen, erfordert Nerven und, im Falle der vierrädrigen Fortbewegung, mindestens einen Kombi. Informieren Sie sich deshalb, welche Produkte es auch im Urlaubsort zu kaufen gibt, damit das Reisegepäck nicht aus allen Nähten platzt. Nur bedingte Einsparungen sind bei Kindernahrung möglich. Sollte Ihr Kind gestillt werden oder schon ein „Mitesser“ sein, dann haben Sie es gut – und am einfachsten. Braucht der Nachwuchs noch die Flasche und sogar Spezialnahrung, sollte diese jedoch unbedingt mitgenommen werden. In vielen Urlaubsorten werden Sie Probleme haben, Ihre Marke zu finden. Gläschen oder keine Gläschen, das ist eine weitere Frage. Eltern, die einen ganzen Vorrat in den Urlaub mitnehmen, werden sich, bei der Anreise, abschleppen müssen. Andererseits: Im Urlaub kaufen, ist oft teuer. Zudem sind die Aufschriften in Landessprache verfasst und dementsprechend schwer zu lesen. Keinesfalls im Reisegepäck fehlen sollten Wasserkocher und Pürierstab. Denn nur wenige Hotels und Ferienanlagen bieten diese beiden Hilfsmittel zuverlässig an. Auch eine Thermoskanne leistet zuverlässige Dienste – im Flugzeug sind sie damit nicht auf die Dienste der Flugbegleiter angewiesen. Bevorzugt ihr Baby festere Nahrung, sollten Sie diese Vorliebe vor dem Reisestart bei der Fluglinie kundtun. Dann wird dem Kind ein eigenes Menü serviert (bis zum Alter von zwei Jahren). Stillen oder Fläschchen geben sollten Mütter keinesfalls über den Wolken, sonden bei Start und Landung. Dadurch wird dem Baby der Druckausgleich erleichtert. Bei größeren Kindern sollte das Glas nicht zu voll gemacht werden, auch wenn der Nachwuchs beim Trinken schon sehr sicher ist. Andernfalls müssen sie mit Cola oder Orangensaft auf der Kleidung rechnen.


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Stressfrei verreisen mit Kids

Volle Windel an Bord – schonen Sie die Mitreisenden

10.000 Meter Flughöhe, maximale Reisegeschwindigkeit, leider noch knapp zwei Stunden bis ans Ziel – und das Kleinkind hat sich „erleichtert“. Jetzt ist rasches Eingreifen gefragt. Bei kleinen Geschäften kein Problem. Die Windel kann durchaus auf dem Sitz gewechselt werden. Hat das Kind groß gemacht, sollten Sie den anderen Passagieren zuliebe die Flugzeugtoilette aufsuchen. Die Stewardessen machen Sie gerne mit dem ausklappbaren Wickeltisch vertraut und helfen Ihnen. Wenn Sie gerne und vor allem viel einkaufen, kennen Sie sicher die ärgerliche aber verständliche Regelung der so genannten Freigepäckmenge. Die gute Nachricht: Ist ihr Kind unter zwölf Jahre alt und hat einen eigenen Sitzplatz, darf das Gewicht des Freigepäcks jenem der Erwachsenen entsprechen. Hat das Baby oder Kleinkind keinen eigenen Platz, sollten Sie mit der Flugesellschaft sprechen. Kulanz im Sinne der  Kundenfreundlichkeit wird bei fast allen Airlines groß geschrieben. Zusätzliche zehn bis zwanzig Kilo sollten kein Problem darstellen. Den Kinderwagen können Sie fast immer kostenlos mitnehmen. Aber auch hier gilt: Nachfragen kostet nichts.

Gerade im Sommer ist viel Flüssigkeit sehr wichtig für Kinder

Wer im Sommer mit den Kindern verreist, sollte darauf achten, dass sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Egal ob im Auto, der Bahn oder im  Flugzeug. Kids über einem Jahr benötigen rund einen Liter Flüssigkeit pro Tag. Ideale Durstlöscher sind Mineralwasser, Kräutertees und mit Wasser vermischte Fruchtsäfte. Die Menge von einem Liter entspricht etwa vier bis fünf Gläsern. Leider trinken die meisten Kinder zu wenig. Ein Mangel an körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit, Verstopfung und Harnwegsinfekte können die Folge sein. Babys in den ersten Lebensmonaten decken ihre Flüssigkeitsbedarf mit Muttermilch oder Flaschennahrung. Babys ab dem Beikostalter sollten täglich etwa 400 Milliliter Flüssigkeit zu sich nehmen. 800 Milliliter sind es bei Kindern bis zum vierten Lebensjahr, 950 zwischen vier und sieben Jahren. Wenn es sehr heiß ist, beispielsweise im Auto, oder wenn sich das Kind viel bewegt, dann kann die erforderliche Flüssigkeitsmenge auf das Doppelte ansteigen. Babys in den ersten Lebensmonaten sollte  zwischendurch Tee und Wasser zu trinken gegeben werden. Auch bei (reisebedingten) Durchfallerkrankungen steigt der Flüssigkeitsbedarf des kleinen Körpers. Abschließender Tipp: Um die Anreise abwechslungsreich zu gestalten, bereiten Sie unbedingt einfache Spiele vor. Dann sollte eigentlich nichts schiefgehen.

 

Tipps: Reiseapotheke

Wenn Sie mit dem Kind eine Auslandsreise planen, sollten Sie sich etwa sechs Wochen vorher mit dem Kinderarzt in Verbindung setzen. Er wird Sie über
mögliche Schutzimpfungen informieren. Zur Sicherheit sollten jedoch auch Sie vorbeugen und für alle Eventualitäten gerüstet sein. Denn: Kleine  Verletzungen oder Infekte sind selbst im Urlaubsparadies keine Seltenheit. Eltern sollten deshalb unbedingt eine gut bestückte Reiseapotheke mit auf die Reise nehmen. Lesen Sie hier, was auf keinen Fall fehlen sollte:
+ Mittel gegen Augenentzündung, Blähungen und Koliken
+ Elektrolyt-Lösungen im Falle von Durchfallerkrankungen. Vorbeugend sind Hefepräparate zu empfehlen
+ Ein digitales Fieberthermometer ist ebenso ein Muss, wie Mittel gegen Fieber und Husten
+ Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
+ Mückenschutzmittel (eventuell ein Fliegengitter)
+ gewisse Destinationen erfordern eine Malariaprophylaxe
+ Sonnencreme (wasserfest, mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille)
+ Pinzette zum Entfernen von Dornen und Splittern
+ Pflaster, Verbandszeug (Schere, Mullbinden, Desinfektionsmittel)
+ Mittel gegen Verstopfung
+ Wundschutzcrene, Zinksalbe gegen Windelausschlag und wunden Po
+ Salbe gegen Verstauchungen
+ Nasentropfen (gegen Schnupfen und zum Druckausgleich im Flugzeug)
+ Mittel gegen Ohrenschmerzen
+ Mittel gegen Reiseübelkeit
+ leidet Ihr Kind an chronischen Erkrankungen, dürfen die entsprechenden Medikamente nicht fehlen
+ eventuell antiallergische Medikamente (mit Arzt besprechen)