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Kirche und Ehe-Scheidung

Der deutsche Kardinal Walter Kasper erhofft sich von der bevorstehenden Bischofssynode einen aufrichtigen Meinungsaustausch über die Situation der Familie und auch über die Frage eines Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Man brauche keine vorgefertigten Antworten, sondern vertiefte Klärungen in einer Atmosphäre des Zuhörens, für die man bis zur endgültigen Entscheidung bei der Bischofssynode 2015 ein Jahr lang Zeit habe, betonte er am Donnerstag gegenüber "Kathpress".
 
Mit Nachdruck unterstrich der langjährige Präsident des vatikanischen Einheitsrates die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe. Sie gründe sich auf die Botschaft Jesu, und die Kirche könne sie nicht ändern. Daher sei eine zweite sakramentale Ehe nicht möglich, solange der erste Partner noch lebe, hob er hervor.
 
In seinem Referat vor dem Konsistorium am 21. Februar im Beisein von Papst Franziskus habe er keine fertigen Lösungen vorgelegt. "Ich habe Fragen gestellt", unterstrich der Kardinal gegenüber "Kathpress". Er habe dabei deutlich gemacht, dass die Eucharistie ein Heilssakrament sei, auch wenn das heute von einigen Theologen anders gesehen werde.
 
In einem Interview mit der Tageszeitung "La Stampa" vom Donnerstag äußerte sich Kasper überrascht über die ungewöhnliche Auseinandersetzung unter Kardinälen im Vorfeld der Bischofssynode. Von einem Buch, das zum 1. Oktober mit Beiträgen von fünf Mitbrüdern zum Thema der wiederverheirateten Geschiedenen erscheinen soll, habe er aus den Medien erfahren.
 
In Reaktion auf das angekündigte Buch, das Beiträge der Kardinäle Gerhard Ludwig Müller, Raymond Leo Burke, Walter Brandmüller, Carlo Caffarra und Velasio De Paolis enthält, führte Kasper gegenüber "La Stampa" aus, dass Gott in seiner Barmherzigkeit niemanden fallen lasse, und dass er jedem eine neue Chance geben wolle. Daher müsse die Kirche diesen Menschen "nahe sein, ihnen helfen, raten und sie ermutigen". Und dazu brauchten sie auch die Gnade der Sakramente. "Man kann keine zweite Heirat erlauben, aber, wie die Kirchenväter sagten: Nach einem Schiffbruch braucht man zum Überleben eine Rettungsplanke. Also keine zweite sakramentale Ehe, aber die notwendigen sakramentalen Mittel für seine Situation" - also Buße und Eucharistie.
 
Allerdings müsse man immer von Fall zu Fall entscheiden, eine einheitliche Lösung gebe es nicht, so Kasper. Freilich sei die katholische Lehre "kein geschlossenes System", sondern entwickle sich in einer lebendigen Tradition, betonte der Kardinal. Gefahr eines "Zuviels an Barmherzigkeit" gebe es nicht: Die Barmherzigkeit Gottes sei vielmehr "zentrales Thema der konziliaren und post-konziliaren Epoche der katholischen Kirche".
 
Müller: Kirche ohne Spielraum
Anlass der gegenwärtigen Auseinandersetzung ist das am 1. Oktober in Italien erscheinende Buch "In der Wahrheit von Christus bleiben", das Stellungnahmen mehrerer Theologen - darunter jene von fünf Kardinälen, allen voran dem Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller - enthält.
 
Kardinal Müller hatte bereits im Juli in einer eigenen Buchpublikation zum Thema dargelegt, dass die Kirche keinen Spielraum für einen anderen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen besitze: Die Betreffenden könnten nicht zur Kommunion gehen, weil sie dem Dogma von der absoluten Unauflöslichkeit der Ehe widersprächen. Selbst ein Konzil könne daran nichts ändern.
 
Zugleich hatte Müller betont, dass möglicherweise viele Ehen ungültig seien, weil sich die Eheleute zum Zeitpunkt ihrer Trauung nicht über die Bedeutung der Ehe im katholischen Sinn bewusst gewesen seien. Derzeit verwende die Glaubenskongregation "viele Energien" darauf, eine Antwort auf diese Herausforderung zu finden, so der Kardinal.
 
Als vorrangiges Ziel der Weltbischofssynode über die Familie im Oktober hatte Müller erklärt, den sakramentalen Charakter von Ehe und Familie wiederzuentdecken und junge Menschen zur Heirat zu ermutigen. Die von Scheidung betroffenen Kinder seien indes "vielleicht die Ärmsten der Armen in der Welt": Sie würden nicht nur in den Ländern der Dritten Welt vernachlässigt, sondern auch in den reicheren Ländern Europas und in Nordamerika.

Quelle: www.kathpress.at

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