Kein Ende der Kinderarbeit, 1

Tritz fortschrittlicher Verfassung ist Kinderarbeit in Brasilien noch weit verbreitet. Auch vom Sex-Tourismus sind viele Kinder betroffen.

Sextourismus und Kinderarbeit sind in Brasilien noch weitverbreitet, obwohl die Verfassung die Kinderrechte anerkennt“, weiß der brasilianische  Kinderrechtsexperte Irmao Raymundo Mesquita. Mesquita leitet in der Stadt Belo Horizonte ein Projekt der Salesianer Don Boscos zur Arbeitsvermittlung
von Jugendlichen von der Organisation „Jugend Eine Welt“. Die Verfassung Brasiliens ist in Sachen Kinderrechte fortschrittlich, da sie diese seit 1989 als Grundrecht anerkennt. Bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen, muss der Staat laut Artikel 227 auf das Wohl der Kinder achten, zudem verfügen mittlerweile beinahe alle 8.000 Bezirke Brasiliens über einen Rat, der die Einhaltung der Kinderrechte überprüfen soll. Deren Arbeitsweise hat jedoch nur zu schleppenden Verbesserungen der miserablen Situation vieler Kinder geführt. „Die Politik fühlt sich als Besitzer der Kinderrechtsstrukturen, obwohl es sich dabei doch um Kontrollinstanzen handeln sollte“, kritisiert Mesquita. Genaue Beobachtung und ständige Kritik dieser Strukturen seien nötig, denn Missstände
gebe es weiterhin.

Problem Kinderarbeit

Als derzeitiges Hauptproblem sieht der Kinderrechtsexperte die Kinderarbeit. „Es gibt etwa drei Millionen Kinder in Brasilien, die neben oder statt der Schule arbeiten. Sie werden bei Arbeiten eingesetzt, die mit der Hand zu erledigen sind – in der Regel auf Zuckerrohr-, Kaffee- oder Orangenplantagen oder in der Seifenerzeugung.“ Es sei problematisch, dass sich der Lohn der Arbeiter in diesen Betrieben an Gewicht oder Menge des geernteten oder fabrizierten Produktes orientiert. „Das führt dazu, dass viele Eltern ihre Kinder in ihre Arbeit mitnehmen, um dadurch das Familieneinkommen aufzubessern“, so Mesquita.

Mädchen als Opfer der Sextouristen

Der Sextourismus sei ein zweites Problem, das viele Kinder unmittelbar betrifft. „Europäer und Nordamerikaner schätzen besonders die schönen Strände im Nordosten des Landes. Viele dieser Touristen suchen jedoch auch Sex mit Minderjährigen Besonders Mädchen aus armen Familien arbeiten in dieser Gegend als Prostituierte, noch lange bevor sie volljährig sind.“ Mesquita wertet es als Erfolg, dass viele brasilianische Hotels ihre Gäste darauf hinweisen,
dass Sex mit Kindern strafbar ist und von der Polizei geahndet wird. „Viele haben auch ein Zutrittsverbot für Kinder unter 18 Jahren eingeführt, um dem Problem entgegenzuwirken.“ Als weitere Verletzung der Kinderrechte sieht Mesquita die Zustände in den brasilianischen Gefängnissen, die keine räumliche Trennung zwischen inhaftierten Kindern und Erwachsenen vornehmen.

Unbezahlte Arbeitskräfte

218 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren verrichten bezahlte oder unbezahlte Arbeit oder werden dazu gezwungen, 100 Millionen davon sind Mädchen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) warnt, dass die Wirtschaftskrise die Kinderarbeit weiter ansteigen lässt, wovon besonders Mädchen
betroffen seien. ILO-Generaldirektor Juan Somavia fordert in diesem Zusammenhang die Regierung zur Förderung der Schul- und Berufsbildung auf. „Investitionen in Bildung bringen Gleichheit und sozialen Fortschritt. Ein gebildetes Mädchen ist besser darauf vorbereitet, den Teufelskreis von  Kinderarbeit und Armut zu durchbrechen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das auch unmittelbare Vorteile für die Familien bringt, sowie für die Gemeinden, Gesellschaften und Wirtschaft“, so Somavia.

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