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Gelungene OP: Ärzte heilen Nachwuchs-Kicker

Dem 15-jährigen Tobias wurden vor Kurzem an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie zwei Weichteiltumore über einen wenige Zentimeter kleinen Schnitt entfernt. Hätte man klassisch operiert, wäre die großzügige Öffnung des Bauchraumes notwendig gewesen, denn eine Wucherung lag in der linken, die andere in der rechten Bauchhälfte. Der Teenager ist wohlauf, konnte das Spital bereits verlassen und freut sich, dass er als begeisterter Fußballer wieder mit lockerem Training beginnen darf. 

Die Vorstellung, dass er schon demnächst wieder mit seiner Mannschaft auf den grünen Rasen wird einlaufen können, war für Tobias und seine Familie noch vor ein paar Wochen undenkbar. Die Hiobsbotschaft, dass der 15-Jährige gleich zwei Tumore in sich trägt – einer etwa so groß wie ein Tennisball, der zweite gut eineinhalb Mal so groß –, traf die Grazer Familie mit voller Wucht. 

Dabei hatte alles unspektakulär begonnen. „Ich hab beim Training schwer Luft bekommen und war halt sehr müde“, erinnert sich der Schüler an die Situation zu Sommerbeginn. Da Belastungsasthma oder eine Allergie als Ursachen vermutet wurden, suchte man einen Lungenfacharzt auf. Der Verdacht bestätigte sich nicht. Vielmehr überwies der Facharzt den Buben aufgrund der extrem hohen Entzündungswerte sofort an die Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie des LKH-Univ. Klinikum Graz. „Im Ultraschall hat man dann gesehen, dass ich zwei Tumore habe“, so der Teenager. 

Gutartige Tumore, die sich aber äußerst bösartig benehmen 

Das Wesen der Wucherungen offenbarte dann Mitte August die Biopsie. „Tobias litt an zwei ,inflammatorischen, myofibroblastischen Tumoren‘, kurz IMTs. Dabei handelt es sich um eine extrem seltene Weichteiltumorart aus Spindelzellen“, erklärt Univ.- Prof. Holger Till, Vorstand der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie. „An sich sind das gutartige Tumore. Sie verhalten sich nur äußerst ,bösartig‘. Sie kennen keine Regeln, haben keinen Respekt und wachsen einfach überall hinein. Dabei können sie richtig Schaden anrichten“, beschreibt der Klinikvorstand sehr salopp den Charakter des IMT. Dass die Tumore raus mussten, war somit klar. Nur das Wie stand zu Beginn noch im Raum. „Da der eine Tumor ganz links, der andere ganz rechts im Bauchraum lag, hätte man nach der klassischen OP-Technik entweder den Bauchraum großzügig öffnen oder zwei große Schnitte auf jeder Körperseite setzen müssen. Der Heilungsprozess hätte dann bis zu sechs Wochen gedauert“, erläutert Till. Somit sprach alles für eine laparoskopische Entfernung von Tobias‘ Energiefressern. „Dafür wurden vier nur fünf bis zehn Millimeter kleine Punktionen gesetzt. Über diese haben wir Tumor Nummer 1 vom rechten Dickdarm und Tumor Nummer 2 von Magen, Bauchspeicheldrüse, Milz und dem linken Dickdarm getrennt. Beide IMTs wurden dann in Bergebeutel gepackt und über eine Schnitterweiterung am Nabel herausgeholt“, erklärt der Chirurg. Dass Tobias so lange nichts von den IMTs bemerkt hat, hänge laut Till mit dem Alter des Patienten zusammen. „Während sich Erwachsene sukzessive schlechter fühlen, wenn in ihnen ein Tumor wächst, merkt ein Jugendlicher lange nichts davon. Dafür kommt es dann zum großen Leistungsabfall“, sagt der Klinikvorstand und fügt in Richtung Tobias blickend noch hinzu: „Ja, jetzt bist du tumorfrei. Es ist alles draußen!“ 

Tobias schmunzelt erleichtert. Und dass der Arzt dem begeisterten U16-Stürmer noch dazu erlaubt, bereits zeitnah wieder mit lockerem Lauftraining zu beginnen, lässt die Augen des Buben strahlen. Ebenso wie jene von Mama, Papa und Tobias’ Bruder, die allesamt betonen, wie erleichtert sie über den glimpflichen Ausgang der anfänglich so furchtbaren Diagnose sind: „Vielen herzlichen Dank an das gesamte Ärzte- und Pflegeteam!“  

Foto: Sabine Hoffmann/LKH-Univ. Klinikum Graz

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